Kirche St. Martin

Kirche St. Martin Wrisbergholzen

 

Die evangelische Kirche St. Martin in Wrisbergholzen ist eine ursprünglich frühromanische Kirche und weist durch ihr St.-Martins Patrozinium in die Zeit der fränkischen Sachsen-Mission zurück. Sie hat eine bemerkenswerte barocke Ausstattung und Ausmalung. Die verputzte, bruchsteinerne Dorfkirche von Wrisberholzen wurde Anfang des 17. Jahrhunderts fast vollständig neu erbaut. Lediglich den gedrungenen Westturm aus dem 12. Jahrhundert übernahm man von seinem Vorgängerbau. Hier finden sich noch rundbogige Schallöffnungen mit Säulchen und Würfelkapitellen. Die Ausstattung der Kirche stammt im Wesentlichen aus dem 17. Jahrhundert. Die hölzerne Altarwand, über der die Orgel angebracht ist, datiert auf 1700.

Zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken zählt die Orgel. Das Orgelwerk wurde 1704 vom Hildesheimer Orgelbauer Johann Georg Müller erschaffen. Der in die Altarwand integrierte Orgelprospekt ist reich an Figuren und Ornamenten und bildet mit der Empore eine stilistische Einheit. 1870 erweiterte der Orgelbaumeister Heinrich Schaper die barocke Klangkonzeption der Orgel um ein vierregistriges Hinterwerk in eigenem Gehäuse. 1950 wollte man die Orgel zur barocken Konzeption zurückführen und durchmischte dabei die Pfeifen. 

Das durch Umbaumaßnahmen der Kirche in den Jahren 1870 und 1956 in seiner ursprünglichen Gestalt und Klangschönheit beeinträchtigte Instrument war auch durch Verschleiß und Annobienbefall in hohem Maße gefährdet und konnte eine zeitlang nicht bespielt werden. Bei der Gesamtsanierung der Orgel im Jahr 2010 wurden die drei Keilbälge komplett demontiert und restauriert und ein zusätzlicher Windmotor eingerichtet. Die großenteils aus fast einhundertprozentigen Blei gefertigten Orgelpfeifen mussten auf feine Haarrisse und Bleifraß untersucht und restauriert werden. Auch der Orgelprospekt wurde wiederhergestellt. Dieser kostspieligen und aufwändigen Restaurierung ist es zu verdanken, dass das denkmalgeschützte Instrument am 27. November 2010 mit einem Orgelkonzert wieder eingeweiht werden konnte. 

 


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