Kirche St. Nicolai

Stadtkirche St. Nicolai, Alfeld

 

Die St. Nicolai-Kirche ist ein aus romanischen und gotischen Teilen zusammengesetzters Bauwerk. Das Querschiff ist Rest einer romanischen Basilika, noch erkennbar an den mächtigen rechteckigen Pfeilern, die den Treppenaufgang zum Altarraum seitlich begrenzen. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts fertiggestellt, wurde sie - kaum hundert Jahre alt - baufällig. Ursache könnten Mauerrisse aufgrund des schlechten, sehr lockeren Untergrundes ("Weiße Erde") gewesen sein. Eine ähnliche Situation widerfuhr 600 Jahre später der katholischen Marienkirche. Sie wurde 1902/1903 auf weißer Erde erbaut und musste bereits nach 67 Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Der Neubau von St. Nicolai mitsamt den hohen Türmen wurde vermutlich schon bald nach 1350 in Angriff genommen und ist ein Werk der Frühgotik, wie unter anderem an der starken Betonung der waagerechten Linie an den Außenseiten erkennbar ist. Für das Langschiff wählte man diesmal - dem gotischen Stil entsprechend - die Form einer Hallenkirche (mehrschiffige Kirche mit gleich hohen Schiffen). 1423 wurde an das südliche Querschiff die Steinbergsche Kapelle als Grabkapelle der Familie von Steinberg angebaut. Um 1480 war auch der Bau des um drei Stufen erhöhten Altarraumes beendet. Er besaß ursprünglich am Ostgiebel einen halbrunden hohen Anbau (Apsis).

Den Abschluß der Arbeiten am Chorraum markiert vermutlich eine Zahl am Fenstersturz in der Nordostecke: 1503. Damals verschwand die Apsis und die Kirche erhielt die heutige ebene Giebelwand, dabei entstanden die Sakristei und die Nordostecke. Zu dieser Zeit wurde auch das hohe Satteldach aufgesetzt. Die charakteristischen Doppeltürme wurden bereits 1488 fertiggestellt.

Das innere Bild der Kirche wurde durch mehrere Renovierungen wesentlich verändert:

1888 wurde ein mittelalterlicher Flügelaltar von Hans Borgentrick (Braunschweig) in Unkenntnis des Wertes billig nach Köln verkauft, er steht heute in der Minoritenkirche zu Köln. Zeitgleich wurde die Kanzel mit den Darstellungen der vier Evangelisten aufgestellt.

1969 wurde die Heinrich-Schaper-Orgel von 1863 renoviert und mit einem Rückpositiv versehen, eine weitere mehrjährige Restaurierung der Orgel wird in Kürze abgeschlossen. Außerdem wurden das "Pfingstfenster" im Chorraum (gestiftet von Martha Scale) und das Tauffenster (gestiftet von der katholischen Gemeinde St. Marien) eingebaut, geschaffen von dem Glasmaler Hans Lilienthal.

1978 entstand die Neugestaltung des Altarraumes durch den Bildhauer Siegfried Zimmermann (Hannover-Marienwerder), der das Hängekreuz über dem Altar und den Altaraufsatz sowie den Osterkerzenleuchter und das Lesepult schuf.


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